Wir Sind Helden, Silbermond, Juli und nun Tokio Hotel - die doppelten Comet-Gewinner erobern Deutschland
Da stürmen ein paar junge Hoffnungsträger der deutschsprachigen Musik, getragen von der Welle des Erfolgs die diese momentan hierzulande genießt, die Charts. Der Titel des Ohrwurms, der sich wohl in all unseren Köpfen festgesetzt hat und zu ungeahnten Glücks-, manchen jedoch zu unerklärlichen Hassgefühlen verhilft, nennt sich „Durch den Monsun“. Die Band dazu trägt den kreativen Namen „Tokio Hotel“. Auch ihr Album „Schrei“ hält sich seit Wochen in den Top 3 der Album Charts. Zudem ist auch schon eine neue Single unterwegs. Doch nicht nur im TV oder Radio verfolgen Tokio Hotel einen tagtäglich, auch aus den Klatschblättern und Teenie-Zeitschriften sind sie kaum noch wegzudenken.
Gerade erst wurde ein Sonderheft der Bravo veröffentlicht. Ein ganzes Heft nur über Tokio Hotel, das gab`s das letzte mal bei den Backstreet Boys. Wer aber nun denkt, Tokio Hotel ähnelt in irgendeiner Weise den Backstreet Boys oder sei ein billiger Abklatsch davon, liegt völlig falsch.
Tokio Hotel ist eine Rock-Band, durch und durch. Fügen wir dem Wörtchen Rock noch Pop hinzu, so haben wir dann auch den Musikalischen-Stil Tokio Hotel`s. Sie bauen mit ihrem einzigartigen Mix aus feiner Melodie, hartem Sound und gesanglicher Finesse dem Hörer eine Klangwelt auf, die man nirgendwo anders in dem Sinne auffindet, nach der aber auch noch nie jemand gesucht hat. Neben wummernden heftigen (Pop-) Rock-Songs sind in ihrem Songaufgebot auch Balladen zu finden. Und mit ihren Songtexten treffen sie genau den Nerv der jungen, pubertierenden Nation.
In manchen Songs befinden sich auch Schreiparts, in denen Bill, der Sänger, sein zartes, vom Stimmbruch wohl noch nicht stark in Mitleidenschaft gezogenes, Organ aufs äußerste strapaziert. Somit sind auch leichte Emo-Einflüsse zu hören. Leider gehen die Scream-Parts einem nicht unter die Haut, weil sie so gut arrangiert sind wie bei anderen Bands, sondern weil sie einfach bloß weh tun, so dumpf klingen und eben ziemlich berechenbar sind, wie alles was Tokio Hotel auf die Beine stellen. Aber Musik in der geschrien wird ist nun mal immer etwas rebellischer, gefährlicher als „normale“ (Pop-) Musik. Und Tokio Hotel wollen nun mal rebellisch und gefährlich sein, deshalb hießen sie vielleicht auch als sie begangen zusammen zu spielen „Devilish“ (=teuflisch).
Sich abheben von der Menge, das wollen sie. Und das funktioniert. Vielleicht nicht mit den harten Rock Sounds die sie auf Lager haben, aber dafür mit ihrem unverwechselbaren Äußerlichen. Denn hat man dann die 4 Mitglieder erst mal gesehen ist man sich nicht schlüssig ob man jetzt Fan einer Girlie Group geworden ist oder doch einer richtigen Boyband.
Die aktuelle Besetzung baut sich dann wie folgt zusammen
(Quelle: www.toolia2.de/user/tokio-hotel/ ):
Bill (16) - Sänger -
Wirkt auf den ersten Blick ziemlich in sich gekehrt - ist aber ein sehr offener und freundlicher Typ. Er ist der kreative Kopf von Tokio Hotel und hat die meisten Ideen! Er bezeichnet nicht selbst als "Drinni", da er es liebt, in der Bude rum zu hocken (so schaut er auch aus, denn wer würde mit solch einer Frisur freiwillig rausgehen? Anm. der Redaktion).
Tom (16) - Gitarre -
Ist ein absoluter Frauentyp (hatte ja nach eigenen Angaben auch schon 20 Mädels oder so? lol - Anm. der Redaktion), hat immer einen frechen Spruch auf Lager, ist cool, aber auch super herzlich.
Georg (18) - Bass -
Rebellisch, draufgängerisch, aber lieb, ehrlich und sehr offen.
Gustav (17) - Drums -
Er ist der Band-Clown, aber eigentlich ein sehr tiefgründiger Mensch.
Genau diese Vier zeigen sich ja auch dann immer mal wieder mit Metallica, Audioslave oder anderen Band Shirt`s, was zeigt das sie ja wenigstens richtige Rock-Musik mögen. Zollen ja somit auch ihren großen Vorbildern Respekt. Leider werden Tokio Hotel nie das Niveau dieser Bands auch nur annähernd erreichen. Was Schade ist. Sie sollten vielleicht mehr ihres privaten Geschmacks in ihre Musik einfließen lassen. Und irgendwie frägt man sich dann, ob sie das nicht nur tragen um cool zu wirken.
Haben die Jungs es verdient da zu stehen wo sie momentan eben sind, an der Spitze der Charts oder doch nicht? Die Frage braucht man sich oder anderen nicht stellen. Passiert ist es nun so oder so. Den pubertierenden und eben verwirrten Teens sei dank.
Zum Schluss noch, Tokio Hotel sind übrigens über ihre regelmäßigen Auftritte in der Bravo oder ähnlichen Zeitschriften nicht erfreut. Anscheinend passt eine solche Zeitschrift, in der größtenteils über eben Boybands und anderen Mainstream berichtet wird, nicht zu ihrem besonderen Image, schadet diesem.
Irgendwie komisch und wiedersprüchig, wenn man bedenkt, das der Großteil der Fangemeinde wohl wöchentlich eben genau diese und andere Zeitschriften konsumiert. Tokio Hotel können eigentlich froh sein, dass sie dadurch dem Publikum und eben ihrer Zielgruppe näher gebracht werden. Oder wollte man etwa, das 18-jährige New Metal- oder Emo-Kids sich für Tokio Hotel und ihre Musik interessieren? Falls ja hat man die Zielgruppe um ein gewaltiges verfehlt. Denn nicht diese, sondern kreischende junge Mädels sind eben nun die, die Tokio Hotel vergöttern und in den Himmel heben.
Letztendlich kann jeder für sich nur hoffen das Tokio Hotel eine
Eintagsfliege werden und bald nicht mehr in einem Atemzug mit anderen deutschen Bands wie Wir Sind Helden, Silbermond und Juli genannt werden. Wobei, besetzungstechnisch haben alle eben genannten Bands vieles gemeinsam…
Schau dir doch auch mal folgende Themen an:
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