Niemand wusste ob sie als Band überhaupt noch existieren, da kommen Green Day mit der Nachricht, sie nehmen ein politisches Album auf in Form einer (Punk-)Rock Oper. Müde belächelt wurde das ganze damals vor 2 Jahren. Doch sie bewiesen es den Kritikern und machten das größte Album ihrer Karriere.
10 Jahre nachdem das (durchbruch) Album "Dookie" und 4 Jahre nachdem der kommerzielle Flop "Warning", an dem die Band beinahe zerbrach, veröffentlicht wurde, sind Green Day zurück. Es ist vieles passiert und das hört man auch. Green Day sind erwachsen geworden und es zündet wieder.
War "Dookie" noch ein Fun-Punk Album mit kurzen Punksongs, wie z.B. "Basket Case", das einfach nur Spaß machen sollte ist dieses hier viel mehr - ein Konzeptalbum u.a. über das Amerika der Neuzeit und seine größtenteils naiven Bewohner. Von Anfang bis Ende wird dabei die Geschichte von St. Jimmy, Whatsername & Jesus of Suburbia erzählt und in welcher Beziehung sie zueinander stehen bzw. sich diese Beziehungen mit der Zeit ändern.
Dass die Jungs von Green Day nicht nur Fun-Punk Songs schreiben können hatten sie schon mit dem eher poppigen "Warning" bewiesen. Ein tolles und auch reifes Songwriter-Album, das im nachhinein jedoch wohl zu ruhig war. Zu ruhig für solch eine Band, die den Rock mit diesem Album im Jahre 2004 wie kaum eine andere zelebrierte. Eine ausverkaufte Welt-Tournee, Ehrungen bei jeder Preisverleihung und überdurchschnittlich gute Kritiken. Allerorts sprach man nur noch von Green Day. Vielen wurde es auch zu viel. Fans der "Dookie"-Ära bezeichneten die neue Platte als Mainstream-Müll, doch haben diese Leute überhaupt genau hingehört? Der Opener "American Idiot" streckt den Mittelfinger geradewegs Richtung Amerika und mit "St. Jimmy" sowie "She`s a Rebel" bleibt es nicht der einzige kurze Punk-Rock-Hammer dieses Albums.
"Holiday" kritisiert mit den Zeilen "Zieg Heil to the president gasman, Bombs away is your punishment, Pulverize the Eiffel towers, Who criticize your government, Bang bang goes the broken glass, Kill all the fags that don't agree" ganz klar den Krieg und die korrupte Politik. Das Meisterstück ist jedoch ein anderes: "Jesus of Suburbia" gleich an 2ter Stelle lässt einen einfach nur staunen, zu was drei Punks fähig sein können. Eine Mini Sinfonie in 5 Akten wie man es nie von ihnen erwartet hätte. Laut/Leise - Schnell/Langsam - Dramatisch/Verspielt - Pop/Rock/Punk - undefinierbar, letztendlich aber ein Lied. Den zweiten Übersong "Homecoming" befindet sich an 2t letzter Stelle des Albums. Auch hier ist wieder alles durcheinander gewürfelt worden. Und trotzdem passt es am Schluß zusammen. "Don`t Wanna Be An American Idiot" dröhnt es aus dem Hintergrund, wie zu Beginn des Albums. Dazwischen und davor findet man immer wieder klare Song-Srukturen und Melodien die sich einfach im Kopf festsetzen. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt. Stadion-Rock auf höchstem Niveau, Mitsingchöre, balladeske und daneben pogoanimierende Songs, Pop-Punkrock mit politischen bzw. gesellschaftskritischen Texten. Einfach große Hits, dieses Album bietet alles.
Der Punk-Rocker "American Idiot", die Rock-Ballade "Boulevard Of Broken Dreams" in der das fast aus der Band thematisiert wird und die damalige Krise Billy-Joe Armstrongs (Sänger), das krachend kritische "Holiday", die (Schnulzen-) Ballade "Wake Me Up When September Ends" & das aktuelle neun-minütige "Jesus of Suburbia" wurden als Singles veröffentlicht und entsprechend hohe Rotation hatten und haben die jeweiligen Clips bei den Musiksendern. Green Day war in den Neunzigern zusammen mit den Offsping das Aushängeschild der Punk-Bewegung. Doch erst jetzt, mit "American Idiot" machen sie sich unsterblich. Bush, der Auslöser dieses Albums, gewann zwar trotzdem die Wahl, zurück bleibt aber ein Album, das wegweisend für die Rock-Musik ist. Green Day haben es geschafft und sich wieder ganz noch oben und in die Köpfe der gitarrengierigen Jugendlichen gespielt.
Die Welt ist gespannt auf den Nachfolger. Doch mal ehrlich, wie sollen sie so was übertreffen?
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