Zusammen waren Tom DeLonge, Mark Hoppus und Travis Barker das Aushängeschild des (Fun-) Punks unserer Generation. Mit Blink 182 feierten sie weltweit große Erfolge - Blink 182 waren sozusagen Mainstream. Nach der Trennung heißt es nun neu zu beginnen. Während Tom DeLonge mit Angels And Airwaves dem Stadionrock a’la U2 verfallen ist bleiben Mark Hoppus und Travis Barker mit (+44) dem schnellen Spiel treu und liefern eine erste Single ab, die nicht nur Skater und Blink Fans beeindrucken wird.
Das ist es also, das zweite Überbleibsel von Blink 182, (+44) – bestehend aus Mark Hoppus am Bass, den Gitarristen Shane Gallagher und Craig Fairbaugh und Travis Barker am Schlagzeug. Und im Gegensatz zu Angels And Airwaves, orientiert sich das hier doch ziemlich an dem Output Blink 182’s. „When You’re Heart Stops Beating“ reiht sich eigentlich perfekt in die Single-Collection von Blink 182 –– klar, es sind Veränderungen zu erkennen, doch hätte es diese nicht auch gegeben, würden Blink 182 noch zusammen spielen? Wäre das nicht die Weiterentwicklung vom recht erwachsenen Album „Blink 182“ gewesen?
Fragen, die es sich nicht lohnt zu stellen – den was zählt ist das, was die Beiden aus den Scherben gemacht haben. Das elektronisch angehauchte „When You’re Heart Stops Beating“ ist erfrischend hell und bietet zumindest oberflächlich eine Alternative zu den recht dunklen Tönen, die die (Alternative-) Rock-Landschaft derzeit prägt. Eine einschneidende Melodie führt einen hin zu Mark, der ziemlich nüchtern einem die teilweise melancholischen Textzeilen in die Gehörgänge bringt. Zugegeben, der singende Wechsel von Tom und Mark bei Blink 182 war erfrischend gegensätzlich. Mark mit der weichen einfühlsamen Stimme, die aber jederzeit Druck machen konnte und Tom mit dem rauen punkigen Organ, das hier und dort seine Kanten hat. Doch die Songs von Blink 182, die Tom im Alleingang eingesungen hatte waren nie die, die man gerne mehrmals hintereinander gehört hat. Mark war und ist einfach der bessere Sänger. Und das beweist er mit den Wechseln im Gesang auch hier auf beeindruckende Art und Weise. Travis wummert im Hintergrund und das Craig und Shane nicht nur als Statisten engagiert wurden ist unüberhörbar.
Erwachsen und doch unverbraucht – so klingen (+44).
Der Refrain ist wie so oft das Herzstück – jedoch, um ihn hier wieder aus dem Kopf zu bekommen bedarf es eines Presslufthammers. Die recht hoffnungsvollen, aber traurigen Zeilen darin zeigen umgekehrte Wirkung. Sie machen glücklich. Der Dank, das dabei niemand an seinen Mitleidsgefühlen zweifelt, geht dabei an (+44) – die den Zeilen schier unendlose Kraft und Leben einhauchen. Kraft, die sie eigentlich in neues Blink-Material stecken wollten, für die sie aber auch hier perfekt ein Ventil finden!
(+44) überzeugen auf ganzer Linie und man bleibt dem früheren Stil zumindest hier treu. Auf das am 17.11. erscheinende Debüt darf man gespannt sein, wenn dieses nämlich nur halb so viele Songs enthält die das Niveau von „When You’re Heart Stops Beating“ haben oder sogar übersteigen, kann man zufrieden sein! Blink 182 sind zurück – ach nee, Mist!! (+44) 4ever – oder so…
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