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Mando Diao Tour 2008 Never seen the light of day Stuttgart Beethovensaal Liederhalle Rafael Weber

Mando Diao live im Beethovensaal-Stuttgart

’Neues’ Album, neue Tourdaten, Routine für die Mandos, wenn man in Betracht zieht, dass sie nun, dass dritte Jahr in Folge uns ein neues Album um die Ohren hauen, mit einer wie üblich daran anknüpfenden Tour. Herkömmliches Marketing, oder doch die Liebe zum Musizieren und den Fans?! Wir waren für euch in Stuttgart. 

Das eher kleine anzusiedelnde Stuttgart, in Deutschland, hatte die ehrenvolle Aufgabe, als erstes für den Tourauftakt von Mando Diao herzuhalten. Anzumerken ist jedoch, dass die Schweden nur drei Konzerte in Deutschland absolvierten, eins davon in München, welches Live via Internet-Streaming übertragen und von den Fans bewundert werden durfte, für lau.

Mando StuttgartWer bereits einmal im Beethovensaal ein Konzert besuchte, weiß, dass dies eigentlich kein gewöhnlicher Ort für eine Rockband ist. Eher stilvoll, wenn nicht man nicht sogar von glamourös, die Rede sein darf. Alles sieht aus, als wäre es eher für Klassikkonzerte ausgerichtet, mit den kunstvoll verzierten Wänden und dem Parkettboden. Da dachte man sich bereits von Anfang an, das neue Mando Diao Album ist eher ruhiger bespickt, so kann das Konzert nur eine Abstimmung darauf sein. Viele dachten schon, sie müssten auf raue Gitarrenriffs und den markanten Schwedenrock verzichten. Denkste! Mando Diao haben ihre Wurzeln nicht vergessen und sind immer noch daran bestrebt, größer und bekannter als ihrer Idole „The Beatles“ zu werden.

Rafael WeberDas Warm-Up servierte uns der deutschsprachige Künstler Rafael Weber. Er konnte mit Pop-Rock vom Feinsten aus deutschem Land überzeugen. Seine, sich den Lieder und Texten anpassende Stimme, wusste zu gefallen. Rau, einfühlsam, poppig oder aggressiv, Rafael ist ein echtes Stimmen Wunder und kann mit seiner lockeren und bodenständigen Art, das schwäbische Publikum für sich gewinnen. Keine Arroganen- Rockattitüden und volksnahe Texte, waren die Zutaten, auf die Herr Weber setzte. Mit Erfolg. Kein schlechtes Los, für den eher noch unbekannten Deutschen, der Support von Mando Diao zu sein dürfen.

Sein Song „Es tut mir leid“ wir bestimmt noch in der ein oder anderen Disco zum Tanzen und Mitgrölen animieren.

Aber worauf das Publikum wirklicht wartete und auch während dem Auftritt von Rafael Weber immer wieder mit zwischen Rufen wie „Björn“ oder „Mando Diao“ klarstellte, war ihre Vorfreude, auf die fünf Skandinavier. Auch wenn man nicht all zu lange, auf ein Mando Diao-Konzert warten musste, spielten sie doch das letzte Mal erst im September in Rastatt (Baden-Baden) auf dem SWR 3 New-Pop-Festival, und absolvierten vermehrt Festival Auftritte im Sommer, ganz zu schweigen von ihrer ‚Ode To Open Air – Tour 2007’. Rar gemacht haben sich die Jungs nun wirklich nicht. Zum einen gut, denn wer Auftritte abarbeitet und immer wieder neue Musik präsentiert, bleibt in der Presse und im Gespräch und verstaubt nicht. Auf der anderen Seite, wäre etwas musikalische Zurückhaltung, gut für einen Image-Anstieg. Siehe Bands wie The Verve, The Police, Smashing Pumpkinks usw, die jetzt mit ihren Combebacks Glänzen können, weil ihre treuen Anhänger so lange trocken gehalten wurden. Aber  Mando Diao lieben bekanntlich ihr Publikum. So durften die richtig hart gesottenen Fans, vorab über ein Gewinnspiel zum Soundcheck der Band antreten. 

Sei’s drum, Mando Diao haben sich für eine Tour entschieden und die Menge war gespannt, auf den Ablauf des Abends. Jeder rätselte, was die Jungs sich wohl für kleines Präsent für die deutsche Audienz auffahren wird. Pünktlich um kurz vor viertel nach neun betraten sie die Bühne. Die Reihenfolge war wie immer klar, zu erste die „Anhängsel“ CJ, Samuel und Mats, um die Stimmung anzuheizen und dann musste Platz für die zwei großen Egos für Björn und Gustaf Platz auf der Bühne geschaffen werden. Schließlich könnte man fast sagen, dass Mando Diao aus Björn und Gustaf zusammengesetzt sind, wenn man den Rest des Abends verfolgt bestätigt sich auch das Vorurteil.

Gustaf machte den Anfang mit ’One Blood’, eine Nummer aus dem neusten Album ’Never Seen The Light Of Day’. Es wurden aber mit nur fünf von insgesamt 19 live gespielten Songs recht wenige Stücke vom neuen Album zelebriert. Aber Mando Diao wollten ihre Konzerte von Anfang an als „Zeitreise“ verstanden sehen. Sie wollten keine der Bands werden, die nur auf Tour gehen, um ihr neues Album zu promoten und es dann live von ersten bis letzten Track durchspielen. Eine Einstellung, die die Fans sehr erfreute. So durften sich die Gäste wärend des gesamten Auftritts auf Tracks von allen vier Alben freuen. Es war von den eingefleischten Fans, die von den ersten Stunden an dabei waren, und alles nach ’Bring ’Em’

Mando STuttgart(Mandos erstes Album) sowieso ablehnen, weil sie der Auffassung sind, dass das Album noch wirklich nach den originalen Träumen von Mando Diao klingt und sie sich mit dem Werk am truesten waren. Sei es drum, die Mischung macht’s und das wurde wunderbar an diesem Abend belegt. So durften natürlich Smasher wie ’Down In The Past, God Knows, Paralyzed, Good Morning Herr Horst oder Long Before Rock ’n’ Roll’natürlich auf einer Mando-Party nicht fehlen. Der Masse gefiel’s und so wurde ausgelassen Pogo gefeiert und mit Fan-Chören die Stimmen von Gustaf und Björn verstärkt.

Außergewöhliches gab es nicht viel, es war mehr oder weniger, doch ein gewöhnlicher Konzertabend, was nicht unbedingt für „schlecht“ stehen muss, aber man merkt, dass Mando ihr Handwerk doch langsam wie die Profis handhaben. Optisch gab es dann doch Fauxpas, wie z.B. Björn spielte in silber-glänzenden Schuhen, CJ trug seine enge Jeans in langen stiefeln und Gustaf trug zur Abwechslung den ganzen Abend lang gar keine Schuhe und spielte fröhlich in Socken.  Genie und Wahnsinn liegen eben doch ganz nah bei einander. Auch die Reibungen der beiden Sänger wurden wunderbar auf diesem Konzert veranschaulicht. So spielte Björn die ziemlich langsame Nummer ’Chet Baker’ an, worauf Gustaf mit einem „I’m not impressed at all man. You wanna feel a real Song?! You feel it?!“  das Intro zu dem eher melodischem ’Song For Aberdeen’ zum Feiern einlud und das ganze mit einem „So forget Dixgard!“ (Björns Nachname) besiegelte. Björn nahm es gelassen, schmiss sein Plektrum nach Gustaf und spuckte in seine Richtung. Eine Einlage, die doch eher selten Geboten wird, was die Menschlichkeit in der Band widerspiegelt.

Mando StuttgartBei einem wirklich bis zum letzten ausgeloteten „Sheepdog“ ist Gustaf nach einem waghalsigen Sprung mit seiner Gitarre erst einmal in der Horizontalen gelandet, was wohl auf seine Socken-Performace zurückzuführen sein durfte. Einen Augenblick fragte man sich, ob er überhaupt noch mal aufstehen kann. Was er damit bewies, in dem er die ersten Töne mit seiner Gitarre von ’Ochrasy’ vom Boden liegend aus zum Besten gab.

Stilvoll beendet wurde das gesamte Konzerterlebnis mit einer letzten Aufforderung der Jungs zum Durchdrehen mit ihrer Rockhymne ’You can’t steal my love’, bei der die Band wirklich noch einmal alles gab. Die Gitarren bis zum Anschlag abgenutzt und die Drumsticks fast zum Brechen gebrachte. Genau so, wollen wir, dass ein Mando Konzert endet! Mit einem Feuerwerk an Rocksound! Das ist ihnen wahrlich gelungen.

Und natürlich gab es das komplette Konzert als Schmankerl „zum mit nach hause nehmen“, wie bereits auf der Björn Dixgard-Solo Tour, in dem man sich den USB-Stick für preisvolle 20 Euro am Merchandise-Stand eroberte. Aber ganz klar, so ein Konzert, muss man einfach für die heimische Stereoanlage besitzen, um immer und immer wieder in seine ganz persönliche ’Suttgarter-Ochrasy’ noch einmal abdriften zu können! Einen Dank dafür an Mando Diao! 

 


Abschließend wollen wir euch noch als kleinen Tipp, den Clip „Es tut mir leid“ von Rafael Weber um die Ohren hauen:

 

Links:

www.mandodiao.com

www.di-rec.com

 

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