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So war es - Maximo Park im LKA Stuttgart

Da waren sie wieder – die Briten von Maximo Park haben Ihre Heimat Newcastle mal wieder verlassen um Ihre Hits auch einem ausgelassenen Stuttgarter Publikum live zu präsentieren. Dazu kamen Sie am 23.10.2007 ins stark gefüllte LKA um vor einer erwartungsfroh gestimmten und letzen Endes zur Ekstase geneigten Menge Ihrem britischem Charme freien Lauf zu lassen. 

„The Coast Is Always Changing“ eröffnet das knapp 80-minütige Set, welches sowohl viel Neues als auch einiges Altes zu bieten hat. Wird im ersten Moment noch „Girls Who Play Guitars“ gefeiert, der Opener des aktuellen Albums „Our Earthly Pleasures“, hüpft die bunte Fan-Gemeinde im nächsten Moment schon zu „The Night I Lost My Head“ oder „Limassol“. Bunt ist die Menge deshalb, da hier Punk auf Geschäftsmann, Szene-Hippster auf Musik-Liebhaber und Mädchen auf Junge trifft. Maximo Park vereinen alles – das hier ist die Musik, die im Radio gespielt wird und doch nicht zum Mainstream gehört. Das hier sind Maximo Park – und das sind Ihre Hits, es ist Ihre Show. 

Sie spielen nicht mit der Menge, sondern für Sie. Sie sind ein Teil von Ihr – zwar der Mittelpunkt auf einer engen, prall mit Instrumenten, LED-Leinwänden und den fünfen aus Newcastle gefüllten Bühne – aber trotz allem ein Teil von Ihr und das wissen Sie auch. Sie wissen aber auch, dass sie hier sind um zu unterhalten – Sie sind die Entertainer – und das beherrschen Sie perfekt. Besonders Frontmann Paul Smith und der wie gewohnt extrem hyperaktive Keyboarder Lukas Woller pushen die textsichere und tanzwillige Fan-Gemeinde von Song zu Song. Sei es beim eher ruhigen „Books From Boxes“ oder beim Großen „Apply Some Pressure“, welches in Sachen Punlikumsliebhaber von „Our Velocity“ langsam den Rang abgelaufen bekommt, die Gestik und Mimik der Beiden ist grandiös – und Paul Smiths Lyrics bekommen wahrhaftig eine andere Bedeutung, wenn er wild gestikuliert, die Bühnenboxen besteigt oder seine großen Augen immer wieder aufreißt um im nächsten Moment seine Beine auseinander zu reißen und einen Spagat zu hüpfen. Er ist die Show, die Texte sein Ventil, die Musik die wuchtige Verpackung, sein Notizbuch seine Bibel. In Ihr hat er charmante, deutsche Übersetzungen, mit denen er Songs ankündigt und auch bei der schwerelosen Zugabe „Acrobat“ wird zum Buch gegriffen, um den Songtext der von Licht und Performance gelähmten Menge hörspielmäßig vorzutragen. 

Als Showeffekt dienen neben Prediger Paul Smith vier aufgestellte LED-Leinwände, ein paar aufhellende Lichter und die Bühnenscheinwerfer. So viel Technik hätte man den Briten gar nicht zugetraut, eigentlich brauchen Sie diese aber auch nicht. Denn die Live-Show von Maximo Park lebt von der Energie, die Sie auf der Bühne freisetzen; dem wilden Jubel, der Ihnen von der Menge geschenkt wird und dem spürbaren Zusammenhalt untereinander, sei es unter den Fünfen auf der Bühne oder 1.000 weiteren mehr. 

Während der VfB Stuttgart nur wenige Kilometer weiter dem französischen Club Olympique Lyon mit 0:2 in der Champions League unterliegt, gibt es im LKA ziemlich zeitgleich ein spannendes unentschieden. Die Einen können eine der begehrtesten Live-Bands der Moderne bewundern und die Anderen erspielen sich heute erneut jede Menge positive Sympathien - Verlierer gibt es hier keine. Zum Abschied gibt es auch noch mehrere glaubwürdige „Thank You So Much“ und Applaus von der Band für die Fans, welcher nur noch für mehr gutgestimmte Unruhe im Publikum sorgt – dann gehen die Herren des Abends erschöpft, aber zufrieden die Treppen hinauf und verschwinden.

Eines ist sicher, für viele war es „The Night They Lost Their Head".

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