Duke Lucent Bericht Live Stuttgart Keller Klub Navel
So war es - Navel im KellerKlub Stuttgart
Am 06.02. war es soweit, nach dem abgesagten Konzert im vergangenen Mai kamen Navel zurück nach Deutschland um im KellerKlub Stuttgart das Verpasste lautstark nachzuholen.
Navel sind aus Erschwil. Dieses liegt im Schweizer Kanton Solothurn, ein idyllisches Örtchen Natur, welches nicht einmal 1.000 Bewohner zählt. Ein kleines Dorf also, zu dessen größten Sehenswürdigkeiten alte Häuser und Kirchen aus vergangenen Jahrhunderten gehört. Kaum zu glauben, das hier, in diesem Örtchen solch ein kratzender Sound, mit viel Soul und Punk-Spirit, erinnernd an den alten Grunge der neunziger Jahre, (wieder-)geboren werden kann.
Dem Großteil der Menschheit scheint dies leider völlig egal zu sein, nicht viele haben heute den Weg in den KellerKlub gefunden. Doch auch das ist egal, für eine kleine Revolution braucht man keine Menschenmenge. Navel wollen ja aber heute auch keine Revolution einleiten. Den KellerKlub für sich zu gewinnen, das ist Ziel und Herausforderung genug, denn nur die wenigsten kennen Navel wirklich gut. Hier und da mal gelesen, aber richtig gehört wohl kaum.
Durch die Leute kommen Navel auf die Bühne um nach einer kurzen Begrüßung, welche vom Publikum durchweg ignoriert wird, mit "Lovetrap" zu beginnen. Navel selbst interessiert das wenig, selbstbewusst und voller Energie wird jedes einzelne Riff gespielt, jeder einzelne Beat der Menge vor die Beine geworfen.
Dazwischen schwelgt, schreit, pulsiert immer wieder Jari Altermatt, welcher während des Sets immer wieder hochkocht um dann wieder locker von der Bühne herunter zu blicken oder von der Bühne in den Pit zu gehen, Gitarre spielend.
Ansagen werden je länger das Set wird je öfters durch einen Voice-Decoder gemacht, jedoch so stark verzerrt, dass man trotz perfektem Deutsch nicht wirklich versteht, was diese drei Schweizer einem sagen wollen. Doch das ist nicht wichtig, denn die Musik sprengt dagegen jegliche Hemmungen, sodass bei der Single "Somehow" der Großteil des KellerKlubs zu einem wild tanzenden, kleinen Pit wird. Fortan geht es konstant in dieselbe Kerbe, "Frozen Souls" - "So Much Left To Say" und nicht zuletzt "Forsaken Speech" werden dem Publikum einer nach dem anderen vor die Füße gekotzt.
Und das Publikum, stets dabei, applaudierend und begeistert. Navel haben den KellerKlub überzeugt, so wie sie es schon so oft auf jeder spielbaren Bühne getan haben. Das Set endet mit einem schwelgerischen Song, welcher ein langes Outro birgt, sich zum Schluß jedoch nochmal hebt bevor er dann mit einem lauten Knall gegen die nächste Wand drischt. Ein Wechselbad der Gefühle, die beste Beschreibung für den Navel-Gig, vom souligen Grunge-Rock zum krachenden Punk-Song ist es hier nicht weit.
Am Ende liegt eine Gitarre am Boden, besser als im Lautsprecher zu stecken, sicherlich, jedoch nicht unbedingt naheliegender. Der Bass nicht weit, gerade noch vom Kleid-tragenden Basser sensibel bearbeitet, das Drum-Set stehend, so wie es sich gehört.
Navel hinterließen mächtig Eindruck, viel Krach und die Bühne mächtig gerockt, aber immerhin sauber.
Schau dir doch auch mal folgende Themen an:
Duke Lucent, Bericht, Live, Stuttgart, Keller Klub, Navel,
zurück zur Übersicht