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So war es - Nine Inch Nails in der Porsche Arena in Stuttgart

Die Nine Inch Nails im Einklang mit der Performance, die Musik im Einklang mit den visuellen Effekten und das Publikum ohne USB-Sticks.

Die harmonische Rasierklinge Trent Reznor machte mit seinen Nine Inch Nails am Montag, dem 26.03.2007, halt in der Porsche Arena in Stuttgart. In Stuttgart fand offensichtlich niemand, wie zuvor in anderen europäischen Städten, einen USB-Stick vollgepackt mit Songs von neuem Album oder irgendwelchen Videos - schade...

The Popo, die Vorband des abends, spielt sich trotz einer relativ kleinen Menge sofort in Trance, bedankt sich nach fast jedem Lied beim Stuttgarter Publikum und liefert eine ordentliche, mit experimentierfreudiger Musik gespickte, Show ab. Erst nach The Popo und somit kurz vor den Nine Inch Nails füllt sich die Porsche Arena, halbleer wird sie an diesem Abend trotzdem bleiben, was der Stimmung jedoch zu keinem Zeitpunkt irgendwie schadet.

Gegen 21Uhr ist es soweit. Der Beginn der Performance ist jedoch in seiner Unspektakularität kaum zu übertreffen - obwohl noch einige Sound-/Lichttechniker auf der Bühne stehen und das Hallenlicht grell in die gespannten Gesichter leuchtet, entern die Nine Inch Nails um Genie Trent Reznor die Bühne und beginnen ihr Set mit der Live-Rarität "Somewhat Damaged". Doch auch wenn dies unspektakulär erscheint, zeigt es doch die Bodenständigkeit der Band und Einfachheit der heutigen Performance. Denn wer solch visuelle Effekte wie auf der vor kurzem erschienenen DVD "Beside You In Time" erwartet, darf enttäuscht sein, denn (effektiver) Minimalismus herrscht auf der laufenden Europa-Tour, zumindest was die visuellen Effekte anbelangt. Ansonsten geben die Nine Inch Nails alles - Herzblut, Emotionen und Härte zeichnet das aus, was da noch alles kommen mag. Die komprimierte Wut zieht einen jedenfalls sofort in seinen Bann und zwar in einem solchen Ausmaß, das man alles andere um einen herum sofort vergißt und nichtmal bemerkt, dass das Hallenlicht inmitten des Songs erst erlischt.

Trent Reznor macht von der ersten Sekunde an Druck und wirft weitere Brocken wie "You Know What You Are" und "March Of The Pigs" der Menge zum Fraß vor. Diese dankt es mit lautem Applaus und totaler Begeisterung. Neben Trent Reznor, der sich außer ein paar "Thank You" kaum mit der Menge beschäftigt, überzeugen auch Twiggy Ramirez (ehemals Manson-Bassist) und Josh Freese an den Drums. Auf "March Of The Pigs" folgt "Piggy", bei dem Trent Reznor zum Ende das Mikro ins Publikum wirft, um dieses singend anschließend mit einem Scheinwerfer zum Teil der Show zu machen.

Trent Reznor kratzt, trauert, faucht, wackelt, schwelgt, beißt, ist hin- und hergerissen und versinkt in seinen eigenen Songs, seiner Musik. Bei "Hurt", nur von einem Spotlicht angeleuchtet, füllt er einzig und allein mit seiner Stimme und dem Piano die gesamte Porsche Arena mit dieser Zerbrechlichkeit, die man in Stuttgart über das gesamte Konzert ansonsten vermisst, da in der Setlist außer eben "Hurt" und vielleicht "Piggy" kaum Platz ist für ruhige Momente.

Neben den "With Teeth"-Singles "Only",welches Live vom Beat- zum Rockmonster mutiert, und "The Hand That Feeds" werden in gut eineinhalb Stunden auch "Head Like A Hole", "Eraser","Gave Up" und "Closer", welches in ein Meer aus Blutrot getaucht wird, ins Publikum geschmettert.

Rockig, erdig und doch gleichzeitig gemütlich, das sind die Nine Inch Nails auf ihrer Live Performance 2007. Man darf gespannt sein, auf den nächsten Deutschland-Besuch und das kommende Album "Year Zero", aus dem das Stuttgarter Publikum neben der Single "Survivalism" noch einen weiteren Song vorgestellt bekam.

Und hier ein besonderes Extra - wir haben es für euch, direkt vom USB-Stick aus London - das Video zu "Survivalism":


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