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So war es - Rock Am Ring 2007

82.000 – Ausverkauft! Das größte Musikfestival Deutschlands rief laut und die Menschenmassen folgten. Ein großartiges Wochenende am Nürburgring ist zu Ende.

 

Trotz Regen am Freitag war die Stimmung groß – kein Wunder, für viele traten schon heute die wohl wichtigsten Bands des ganzen Wochenendes auf. Darunter befanden sich auch The Used, die mit matschigem Sound und einer durchwachsenen Setlist auf der Centerstage leider nicht alle überzeugen konnten. Da waren Head Automatica, Vorband von The Used (auch bei deren Einzelkonzerten), um einiges angenehmer. Es folgten The Hives, die wie immer überzeugen konnten und das obwohl sie auf die mit Emo-Bands gefüllte Centerstage irgendwie nicht passen wollten. Die Schweden gaben alles und präsentierten auch ein paar Songs des kommenden neuen Albums. Wie immer überzog Sänger Pele mit seinen Ansagen („90.000 The Hives Fans“) doch ohne die wären The Hives wohl nur halb so interessant. Wer Billy Talent schon zuvor auf einem der Einzelkonzerte sah, dem bot sich nach The Hives eigentlich nix neues. Die neuen Helden am Rock-Himmel spielten ihr Set zwar mit viel Energie, aber auch sehr routiniert. Die dauertourenden Muse faszinierten mit einer exzellenten (Licht-)Show und einer Setlist, die auch vor Klassikern nicht zurückschreckte. Leider wollte der Funken bei den vielen, die auf Linkin Park warteten, nicht überspringen. Trotzdem gab es hier eines der Highlights des Festivals zu betrachten.

Auf der Alternastage bestätigten währenddessen Gogol Bordello ihre Live-Fähigkeiten und auch Razorlight wussten zu überzeugen. My Chemical Romance um Frontman Gerard Way zeigten eine ordentliche Leistung und überzeugten auch so manchen Indie-Fan, der unter vielen schwarz gekleideten und stark geschminkten auf die danach spielenden Arctic Monkeys wartete. Diese spielten ihr Set ohne größere Besonderheiten, eine Rock-Show eben, live, roh und mit kurzen Ansagen. Die danach folgenden White Stripes um Jack White und dessen Schwester Meg zogen so viele Menschen vor die Alternastage wie keine andere Band an diesem Wochenende. Unglaublich wie zwei Personen, insbesondere Jack White, so viel Anziehungskraft besitzen können. Zwar wurden hier nicht alle Hits gespielt (wie z.B. „Fell In Love With A Girl“ oder „The Hardest Button To Button“), doch spielte vor tausenden Zuschauern eine Festival-Rarität – welche (was der Auftritt mehr als deutlich machte) nicht auf ein „Seven Nation Army“ reduziert werden darf. Zum Schluß gaben sich als Late Night Special noch Evanescence die Ehre während man im Coca Cola Soundwave Tent von Enter Shikari’s Alternative-Emo-Techno-Mixtur kosten konnte.

 

Der Samstag der Alternastage stand ganz klar im Zeichen des Metals. Neben dem Headliner Slayer spielten hier im Laufe des Tages auch noch Bloodsimple, Lamb Of God, From Autumn To Ashes, Papa Roach, Killswitch Engage, Type O Negative (die nach vier Songs ihr Set abbrachen), Stone Sour (die wie schon letztes Jahr überzeugen konnten) und Machine Head. Wem so viel Härte zu viel war konnte es sich entweder im Coca Cola Soundwave Tent zu lockerer Gitarrenmusik gemütlich machen (u.a. mit Tele, Charlotte Hatherley, The Pigeon Detectives, Sugarplum Fairy und Zoot Woman) oder entspannte einfach vor der Centerstage. Hier begann der Tag mit Fair To Midland, welche heute auch gut auf die Alternastage gepasst hätten. Ein Highlight des Wochenendes folgte: The Fratellis glänzten mit Spielfreude all ihren Hits. Keine Band lockte so früh wohl an diesem Wochenende mehr Zuschauer vor die Bühne. Diese blieben dann gleich um 30 Seconds To Mars zu bewundern. Sänger Jared Leto konzentrierte sich dabei eher auf zwischenmenschliche Kontakte zur Fanbase als auf das Singen, was der Show jedoch nicht wehtat. Von den Fans gepusht bestieg Jared Leto letztendlich auch noch die Bühne und kletterte an einem der Gerüste bis ganz hinauf.

Die darauf folgenden Wolfmother aus Australien zeigten auch ohne „Love Train“, das von vielen zurecht vermisst wurde, wie man in Down Under rockt. Wer hier versuchte, die Crowdsurfer mitzuzählen hatte allerhand zu tun. Für die Indie-Fraktion spielten dann die Kaiser Chiefs und Mando Diao, gefolgt von den Beatsteaks, der ersten deutschen Band an diesem Wochenende auf der Centerstage. Eine außerordentlich großartige Show was die Beatbuletten hier ablieferten. Dieses Niveau, zumindest was die Intensität der Musik anbelangt, konnten auch die wiedervereinigten Smashing Pumpkins halten, auch wenn hier im Großen und Ganzen die Fanbase fehlte und das Set teilweise doch sehr zäh vor sich hinfloß.

 

Der Sonntag wurde von dem meisten locker angegangen. Erst spät zu den „großen Bands“ füllte sich das Festivalgelände. Und das obwohl mit Revolverheld und Sunrise Avenue zum Nachmittag zwei derzeit ziemlich angesagte Bands auf der Centerstage performten. Good Charlotte, inzwischen mehr Pop als Punk, ergänzten das Centerstage-Line-Up des Tages sehr gut und brachten erstmals heute (zumindest ein wenig) Stimmung vor die gesamte Centerstage. Velvet Revolver dagegen spielten mal wieder mehr schlecht als recht – wobei man sich die Frage stellen darf ob es denn an der Band oder an den Nicht-Velvet-Revolver-Fans im ersten Wellenbrecher lag. Korn als Co-Headliner vor Die Ärzte und dann auch noch am Centerstage-Poprock-Tag . Fehlplanung könnte man dem Veranstalter vorwerfen – doch soweit wollen wir natürlich nicht gehen. Zwar brauchte es einige Lieder bis der Funke übersprang (was sicherlich auch am schlechten/leisen Sound lag), doch dann stellte man schnell fest, dass dieser Auftritt von Korn den vom letzten Jahr locker toppte. Die Kritiker sollten hier also ganz schnell verstummen. Auf der Alternastage boten währenddessen The Kooks ihr können. Zuvor spielten hier die deutsche Indie-Hoffnung Kilians, Paolo Nutini und Maximo Park, welche überraschend wenig Altes zum Besten gaben. Wer den Ärzten auf der Centerstage widerstehen konnte, boten Travis eine schöne Show, der es aber leider an einigen Hits mangelte. Die danach spielenden (oder eher tanzenden?) Scissor Sisters brachten den Disco-Poprock an den Ring und noch immer spielten Die Ärzte auf der Centerstage. Nachdem diese ihr über 30 Songs-Set beendeten gab es für viele nur den direkten Weg zur Alternastage wo noch ein letztes Mal mit Wir Sind Helden gefeiert werden durfte bevor es entweder ein letztes Mal zurück in den Schlafsack ging oder direkt nach Hause.

 

Spätestens hier stand fest, dass ein großartiges Festival, das zum ersten Mal ausverkauft war, zu Ende geht. Doch keine Sorge – Rock Am Ring 2008 wartet, denn schon jetzt können bis zum 31.07.2007 Karten für das vom 06.06.-08.06. stattfindende Rock Am Ring 2008 gekauft werden, und zwar für den Preis von 110,-, jedoch ohne eine offizielle Bestätigung. Es kann nur spekuliert werden, ob der Kartenverkauf unter diesen Umständen läuft und wie viel die Karten nach dieser kurzen Frist kosten werden.

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