Montag 14.4.08. Ein Montag wie jeder andere im verregneten April. Doch um 19 Uhr merkt man den Wartenden vor der Filderstädter Filharmonie die Nervosität an. Sie strotzen der Kälte und harren aus. Alle warten ungeduldig auf den Einlass in die Konzertstätte.
Um 19.05 Uhr ist es dann so weit. Die Security öffnet die Tore und die Toiletten werden bestürmt. Vor dem Merchandisestand sammelt sich eine Menschentraube und die Plätze direkt vor der Bühne werden besetzt.
Serj Tankian hat an diesem Abend die Region heimgesucht. Und wie er das hat: Routiniert, politisch, beeindrucken.
Doch zuerst heizte Punkt 20 Uhr InMe dem Publikum gehörig ein. Die ersten Bewegungen gingen durch das Publikum. Aber eigentlich warteten alle nur auf Serj, der nach InMe eine halbe Stunde auf sich warten ließ. Doch sein Auftritt kam dann genauso erwartet wie geschmackvoll.
Er trug einen weißen Anzug und einen weißen Zylinder die vielen aus dem „Empty Walls“ Video bekannt vorkommen könnten. Und sobald Serj auf der Bühne stand wurde es eng auf den Stehplätzen. Die Hitze stieg an aber den Höhepunkt sollte sie erst am Ende des Abends erreichen. Serj spielte alle Stücke seines Albums „Elect the Dead“ plus einige Coverversionen wie z.B. „Holiday in Cambodia“ von den „Dead Kennedys“.
Viele seiner Songs kündigte er mit kurzen, beherzten Vorreden an: „Was kommt dabei heraus, wenn man den Film Borat und die Tragödie Romeo und Julia miteinander kreuzt? „Lie Lie Lie“ .“ Und schon begann wohl eins der mächtigsten Stücke in Mister Tankians Repertoire.
Vor „Praise the Lord and pass the Ammunation“ kritisierte er die konservative Mentalität heutiger Politiker die sich so gar nicht mit deren Kriegseuphorismus deckt. Musikalische Höhepunkte warten unter anderem noch seine 2. Singleauskopplung „Sky is Over“ und seine Zugabe, für die er sich die 2 Kracher „The Unthinking Majority“ und „Money“ aufhob. So wurde es am Schluss nochmals politisch, indem Serj auf die zu Ende gehende Ära des George W. Bush einging.
Das endgültige Ende des Abends war der Titeltrack seines Albums und so verabschiedete sich Serj „den Tod wählend“ von seinen Fans in Filderstadt.
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