
Als erstes standen am zweiten der beiden Festivalabende The Cornets auf der Bühne und eröffneten ebenfalls zu früher Stunde den Festivalabend. Die Band aus Schramberg spielte für ihre Heimatstadt und den kompletten Abend, charakteristischen („schrammeligen“) Punkrock.
Noch etwas lauter als vor einer Woche beim Mercy from the Moshpit in Laufen/Albstadt meldeten sich Clap Your Hands Twice nach sieben Tagen Verschnaufpause auf der Bühne zurück. Man merkte schnell, dass die Band im Zollernalbkreis gerade gefragt ist. War der Sound einige Nächte zuvor noch braver und klarer klangen die Instrumente an diesem Samstag noch eine Spur rockiger. Die Band aus Heinstetten spielt punkrockige Songs, die ihnen „auch selbst viel bedeuten“. Das Publikum verspürte die enorme Energie die von Clap Your Hands Twice bei Songs wie I’m so confused ausgingen.
Aber mit ruhigeren Tönen wurden auch teilweise politische Themen verarbeitet. Die Band schafft es verschiedene Punkrockrichtungen und Sounds zu kombinieren. Vermutlich etwas angeheitert war die Band etwas gesprächiger als die Konzerte zuvor und so wissen nun so gut wie alle, dass die Band mitten aus dem schönen „Schwabenländle“ kommt. Sowohl Bassist, als auch Gitarrist beanspruchen die Bezeichnung Sänger für sich und geben diesbezüglich alles bis hin zu Country artigen Stücken von sich. Schlussendlich finden sie jedoch meist zum ursprünglich rockigen Grundsound zurück und begeistern so vor allem die pogenden Punks in der ersten Reihe, mit ihrem frischen Punkrock aus der Region.

Ein Publikum in bester Stimmung wurde nun an At The Farewell Party übergeben, die sofort mit mächtigem Druck aufwarteten. Auch die Menge bemerkte, nun wird noch eine härtere Gangart eingelegt. Und so war es auch, die Band aus Frankfurt spielt knallharten Hard- und Emocore. Mit fünf Mann auf der Bühne bieten die Jungs ein klasse Bühnenprogramm. Selbst der Drummer bleibt nicht einfach hinter seinem Schlagzeug sitzen. Weshalb auch, wenn man dieses Instrument auch noch spielen kann, während man beinahe drum herum rennt. Respekt, so etwas sieht man nicht alle Tage… Und auch der Sound variierte über melodischen Gesang bis hin zu Hardcore typischem Geschrei. Von der Show her erinnern die schwingenden Mikrofoneinlagen des Sängers ganz klar an Refused oder die Hives. Die Band ist stets präsent und sehr ausdrucksstark in ihrer Performance. Sie mögen auf so manchen etwas arrogant wirken, scheinen jedoch auch durch und durch professionell zu sein. At The Farewell Party spielten auch Songs, bei denen die Zuhörer der Bassdrum folgen können und neben den üblichen Tanzeinlagen wird sogar in schnellem Takt mit heiter geklatscht.
Als letztes erobern die Stereo Satanics aus der Festivalstadt die Bühne um den Abend abzurunden. Mit ihrem gitarrenlastigen und trashigen Punkrock ziehen sie, wie gewohnt, eine verdammt gute Rock’n’Roll - Show ab. Besonders ihre älteren Songs, die das Balinger Publikum schon teilweise auswendig kennt, werden richtig gefeiert. Die ersten Reihen gröhlen fast lauter mit als die Band singt und die Satanics werden geradezu vergöttert. Der Gitarrensound ist dreckig und es werden alle nur möglichen Rückkopplungen rausgeholt. Dennoch kann man sehr gut die Melodien der Songs raushören, was nicht zuletzt auch am Gesang liegt. Das Schlagzeug ist natürlich tight und schnell wie immer. Die vier Herren haben sichtlich Spaß auf der Bühne und das überträgt sich auch auf die Festivalbesucher. So sind die Stereo Satanics keineswegs die „Rausschmeisser - Band“, sondern der gelungene Abschluss eines gut organisierten und spaßreichen Festivals.
Man kann auf das nächste Subchord Festival gespannt sein!
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